Frei wie ein Vogel – den mobilen Technologien sei Dank!

von Andreas R. Fischer am 14. Juli 2010

Die aktuelle Telekomwerbung bringt es quasi auf den Punkt. Chef sitzt am See, hat vom Netbook Online-Zugriff auf die Firmendaten und telefoniert mit einem Mitarbeiter. Dieser fährt mit einem Ruderboot auf Sichtweite an seinem Chef vorbei. Beide verbinden in diesem Augenblick „Spass und Arbeit“.

Das ist keine Werbeerfindung, sondern die wirklich mögliche Realität. Umso unbegreiflicher erscheint es mir, dass viele Mittelständler diese Möglichkeiten schlicht mit einer laxen Handbewegung abtun. Alles Quatsch, viel zu kompliziert, Was soll ich –im übertragenen Sinn- am See usw. Mal ganz im Ernst: Haben Sie nicht das Gefühl, dass das Arbeitsleben und das Privatleben immer weiter verschwimmen? Oder dass Sie das Büro irgendwie schon in das Wochenende integrieren? Wie oft denken Sie über unternehmensrelevante Sachverhalte außerhalb des Offices nach? Hand aufs Herz – sicher mehr wie einmal. Und Gott sei Dank haben wir dann das Handy und Co zur Hand um schnell den Gedanken los zu werden. Oder wir schreiben uns selbst eine E-Mail (Ein Trick den ich selbst immer wieder nutze – ganz schön verrückt!)

Wenn ich mir nun die Frage stelle, ob das im eigenen aber auch im Interesse meines geschäftlichen und privaten Umfelds besser geht, muss eingestehen: Es ist Luft nach oben da! Und das bedingt im Endeffekt nur Neugier auf Technologie, Experimentierfreude um zu prüfen wo der persönlich größte Nutzen steckt, die richtigen Ansprechpartner auf deren Erfahrungen man mehr wie einmal zurückgreifen kann und natürlich die dafür notwendige Zeit!

Apropos Zeit: Hierzu ein kleines Gedicht – mit meiner Meinung nach großer Wirkung – von Elli Michler:

Ich wünsche dir Zeit
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und die Zeit um zu wachsen, das heißt um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler

Aus: Elli Michler, Dir zugedacht. Wunschgedichte
© Don Bosco Verlag, München, 18. Auflage 2002

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