Soziales Netzwerken heißt: aktiv vom Internet profitieren statt nur dabei sein

von Guntram Stadelmann am 30. Juli 2010

Als Freund des geschriebenen Wortes steht für mich fest: das Web 2.0 samt seiner vielfältigen Werkzeuge ist ein Trumpf im Kartenspiel künftiger Kommunikation!

Herausfordernd, weil meine Ansprechpartner – also vorzugsweise kleine bis mittelgroße Betriebe aller Branchen – dank Twitter heute von mir erwarten, Nachrichten zu substanziellen IT-Themen in 140 Zeichen verpackt zu erhalten. Zweckmäßig, weil ich nicht erst kommende Branchentreffen oder Messen abwarten oder den Telefonhörer zur Hand nehmen muss, um mich im Kollegen- und Geschäftspartnerkreis thematisch auszutauschen. Probat, da ich stattdessen im Blog oder in der XING-Gruppe zum Beispiel ad hoc ein Produkt empfehlen oder davon abraten, auf eine Veranstaltung hinweisen oder Aussagen kommentieren kann oder aber Antworten auf eine mir dringende Frage erhalte. Im weiten Online-Rund der nutzergenerierten Inhalte ist (fast) alles erlaubt – vorausgesetzt, es stellt Ihnen und mir einen entsprechenden Mehrwert in Aussicht!

Eben diesen Nutzwert zu stellen, das ist schon heute der springende Punkt. Nach meiner Einschätzung wird es bei stetig wachsender Web-2.0-Resonanz weltweit – allein bei Facebook wurde hier kürzlich die 500-Millionen-Mitglieder-Marke geknackt – immer entscheidender werden, Ihnen, mir und unseren Kunden oder Geschäftspartnern genau diejenigen Informationen zu liefern, die uns den noch fehlenden Baustein in unseren Überlegungen in die Hände spielen oder die hier zumindest einen „Aha“-Effekt auslösen. Grau jedoch ist alle Theorie… Zwar werden Marktforscher nicht müde zu vermelden, dass inzwischen bereits rund 80 Prozent von Deutschlands Führungskräften in Online-Netzwerken ihre Duftmarke hinterlassen hätten. Doch mit Verlaub: Betrachtet man sich die Mehrzahl deren Profile, so zeigt sich, dass man es hier weitestgehend immer noch beim „nice to have“ belässt denn hier selber mit Gleichgesinnten zu agieren bzw. zu interagieren.

Das Fazit der Geschicht’: Für die Nutzung von Social Media gibt es auch sieben Jahre nach Initiierung von XING (damals noch OpenBC) noch kein Pauschalrezept nicht. Fest steht für mich jedoch, dass die Erfolgsformel effektiven sozialen Netzwerkens nicht darin begründet liegt, mal so eben “ein bisschen Web 2.0“ quasi im Vorbeigehen zu machen. Einmal den Werkzeugen des modernen Internets verpflichtet, hat man sich bedingungslos auf die Anforderungen dieses Mediums einzulassen. Einige wesentliche möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

1. Der frühe Vogel fängt den Wurm! Das heißt: Soziales Netzwerken kann verschiedene Funktionen übernehmen. Wollen Sie damit zum Beispiel Ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben? Oder den Dialog mit Kunden dynamisieren? Oder brauchen Ihre Mitarbeiter einfach den „ultimativen“ Ideengeber? In jedem dieser Fälle sind die Unternehmensziele in Bezug auf die Nutzung des Web 2.0 rechtzeitig für alle Mitarbeiter entsprechend klar und deutlich darzustellen.

2. Relevanz muss verdient sein! Das heißt: Maßnahmen im Umgang mit XING, Facebook, Twitter und Co. sollten kontinuierlich erweitert und an aktuelle Anforderungen angepasst werden. Für den Fall, dass einzelne Mitarbeiter nicht genügend Fachwissen zu einem bestimmten Thema besitzen oder Fragen haben, kann zum Beispiel ein kompetenter Ansprechpartner mit „Leuchtturmfunktion“ im Unternehmen eine willkommene Stütze sein.

3. Auswahl nach dem Prinzip „weniger ist mehr“! Das heißt: Weil es soziale Netzwerke gibt wie Sand am Meer (ein Online-Portal listete Anfang dieses Jahres 100 soziale Netzwerke allein für den deutschsprachigen Raum), gilt es frühzeitig zu prüfen, auf welche der zur Verfügung stehenden Plattformen die eigenen Profilanforderungen am ehesten zutreffen. Einen ersten Vergleich speziell unter dem Aspekt „Geschäft“ bietet hier beispielsweise der Social-Media-Check von W&V.

4. Interna bleiben intern! Das heißt: Existierende Verhaltensrichtlinien im Unternehmen (hier fallen mir spontan Projektinformationen, Finanz- oder Kundendaten sowie Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse ein) sowie Urheber- und Persönlichkeitsrechte gelten für alle Beteiligten selbstverständlich auch für das Veröffentlichen von Inhalten im Internet.

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