Irren ist menschlich – Was wir über genmanipulierte Lachse und sichere Software wissen sollten

von Jürgen Bürkel am 21. September 2010

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Die Weltbevölkerung wächst beständig, und zwar nach Angaben des US-amerikanischen Population Reference Bureau (PRB) derzeit um rechnerisch 2,6 Menschen in jeder Sekunde. Anschaulich gemacht wird dieser Prozess durch die Weltbevölkerungsuhr der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die zum Erstellungszeitpunkt dieses Beitrags den Wert von etwa 6.911.117.300 anzeigte. Und rund eine Milliarde dieser Menschen hungert ständig.

Nun könnte man auf den ersten Blick meinen, dass die Forschungsaktivitäten der Gen-Ingenieure des US-amerikanischen Unternehmens Aqua Bounty dazu beitragen könnten, das Hungerproblem der Menschheit wenn nicht zu beheben, so doch zu lindern. Aber weit gefehlt: Es geht in erster Linie um den Absatzmarkt USA und dessen „Probleme“: Der „Modefisch“ Wildlachs wächst zu langsam, ist, was die verfügbaren Mengen angeht, unberechenbar, ist nur saisonal zu kaufen und deshalb teuer – also nicht kontinuierlich in wachsenden Mengen absetz- und konsumierbar.

Jetzt hat man dem Wildlachs neben dem Turbo-Wachstumsgen des Königslachses auch ein Gen eines Fisches „eingebaut“, der dank seiner Anti-Frost-Proteine auch in besonders kalten Gewässern gut und gleichmäßig wächst. Dieser Genlachs soll bereits nach knapp anderthalb Jahren rund dreieinhalb Kilogramm auf die Waage bringen. Gefahren sieht man seitens des „Konstrukteurs“ nicht, jedenfalls keine bislang nachweisbaren.

Und hier haben wir die Verbindung vom Genlachs zu sicherer Software. Wie im Lachs (und natürlich jedem Lebewesen auf unserem Planeten) die Gene, so existiert in jedem Softwareprogramm ein Code. Beide sind mit dem entsprechenden Know-how veränderbar – mit jeweils mehr oder weniger vorhersehbaren beziehungsweise gravierenden Auswirkungen.

Nun bin ich persönlich der Meinung, dass wir bei Lebewesen die Finger von direkten Eingriffen in deren Code lassen sollten, egal welche Absicht dahinter steckt. Die direkten und indirekten Auswirkungen sind langfristig schlichtweg nicht absehbar und betreffen uns, so sie denn auftreten, am Ende alle – ob wir wollen oder nicht.

Bei Software sieht die Sache anders aus: Sie ist wesentlich einfacher gestrickt als ein Genom, schneller analysierbar und – was für mich der wesentliche Aspekt ist – ihr Vorkommen ist immerhin auf den „Lebensraum“ Hardware beschränkt. Und genau wie Lebewesen sich über die Evolution weiter entwickeln, wenn Änderungen ihrer Umgebung es erfordern, so wird auch Software ständig weiterentwickelt, unterliegt also ebenfalls einer Art Evolution.

Das ist wichtig, denn auch ihr Habitat verändert sich laufend. Und sie hat durchaus auch Feinde: sei es ein Konkurrenzprodukt, das sie verdrängen möchte, sei es ein Virus, der sie infiziert und als Wirt benutzt, um sich selbst weiter zu verbreiten oder das spezielle Verhalten eines Users, das zu Abstürzen und somit über kurz oder lang zur Deinstallation führt.

Bei Software also ist die gezielte Manipulation ihrer Gene, Entschuldigung, ihres Codes, zum Zwecke der Optimierung durchaus erwünscht. Schließlich ist sie in ihrer Eigenschaft als menschliches Produkt von Anfang an fehlerbehaftet – man spricht bei funktionierender Software von etwa einem Fehler auf rund 1.000 Programmzeilen! Ob und wann diese Fehler nun sicht- oder spürbare Auswirkungen haben oder nicht, das ist von vielen Faktoren abhängig und genau so unberechenbar wie der Lebensweg des Wildlachses. Manchmal reicht ein Jahrtausendwechsel, gelegentlich die Kombination bestimmter Dateneingaben, oft ein Schwachpunkt, der von außen ausgenutzt wird, um die Ressourcen für eigene Zwecke zu nutzen oder, ganz banal, der Aufruf einer Funktion in einer Situation, die bei den Qualitätstests vor Markeinführung, aus welchem Grund auch immer, so nie aufgetreten ist.

Worauf ich hinaus will? Ganz einfach: Nutzen Sie die Ergebnisse gezielter Code-Manipulationen der Softwarehersteller an deren Produkten, sorgen Sie für aktuelle Betriebssysteme und Anwendungen, laden Sie die Updates auf die neuesten Versionen und merzen Sie so sowohl offensichtliche als auch versteckte menschliche Irrtümer aus.

Sie beziehungsweise Ihr Unternehmen profitieren dabei in der Regel von mehr Sicherheit, besserer Performance und somit selbst von der Chance, in Ihrem Lebensraum dem Darwinschen Prinzip des „Survival of the fittest“ mit Erfolg zu begegnen.

Wie wir hingegen die Folgen der noch in den Tiefen eines durch Menschen veränderten Fisch-Erbgutes schlummernden Irrtümer vermeiden sollte nach meinem Dafürhalten auch klar sein: Deinstallation!

Wir von nextbusiness-IT unterstützen Sie mit Wissen darüber, wie Sie Ihre IT als Wettbewerbsfaktor ins Spiel bringen können, wie Sie Daten und Know-how schützen, sicher speichern und zukunftssicher archivieren und wie Ihr Unternehmen sich so im Habitat seines Marktumfeldes besser behaupten.

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