Feierabend war gestern

von Guntram Stadelmann am 2. Mai 2011

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Heute las ich eine bemerkenswerte Aussage der Appenzeller Unternehmerin Gabriela Manser (Mineralquelle Gontenbad): Work Life Balance ist für mich kein brauchbarer Begriff. Das Leben funktioniert anders.“ Holla! Und das inmitten einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit durch den Erfolg von Smartphone, Apps und Co. immer mehr verschwinden.

In kaum einem Bereich war die Entwicklung in den vergangenen Jahren so rasant wie in der mobilen Kommunikation. Ihr Verlangen: jederzeit und für jedermann überall erreichbar zu sein. Ihr Kennzeichen: ständiger Austausch von Nachrichten und Informationen. Seien wir einmal ehrlich – klang das Tragen eines Handys am Armgelenk oder die berührungslose Steuerung des mobilen Rechners mit den Augen noch vor gar nicht langer Zeit für uns eher nach James Bond als nach effizienter Unterstützung der Arbeitsprozesse?

Die Business-Welt aber zeigt uns inzwischen weitreichend ein deutliches Bild: Wo gestern noch die bloße Telefonie, ist heute der „Begleiter in der Hosen- beziehungsweise Aktentasche“ wechselweise Terminplaner, Nachrichtenüberbringer oder Wegweiser. Am besten gleich alles in einem. Vorbei sind die Zeiten, als wir erst vor verschlossener Türe feststellen mussten, dass der Kunde keine Zeit hatte. Und über eine telefonische Ohrbrosche können wir zum Beispiel auch vom Zugabteil aus schnell mal unsere Geschäftspartner, Händler oder Mitarbeiter kontaktieren – national wie international.

Aber Obacht! Mit dem ständigen Einsatz der mobilen Begleiter gewinnen Themen wie vertraglich festgelegte Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen und -schutz, Aufgaben- und Arbeitsteilung in (virtuellen) Teams oder das Zurverfügungstellen technologischen Equipments neue Brisanz. Einerseits können wir immer und überall arbeiten, andererseits erwarten es andere dann auch von uns wie selbstverständlich. Einerseits gewinnen wir Spielräume und Freiheiten, andererseits werden neue Anforderungen an uns gestellt, unsere Arbeit – gegebenenfalls immer wieder aufs Neue – effizient zu organisieren.

Manser und ihre Mineralquelle haben – für sich bzw. ihre individuellen Bedarfe – das ideale Modell gefunden. Die Steigerung des Getränke-Absatzes in rund zehn Jahren auf das Siebenfache sollte hierfür Beweis genug sein.

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